Situation 44: Henrik Mauler / Zeitguised

by MaxDax

  

Erst kürzlich lernten sich Max Dax und Henrik Mauler kennen, als beide ein Interview für die Festschrift zum 20. Jubiläum des Musikvideo-Preises der Oberhausener Filmfestspiele führten:
Dax: Bist du ein Spieler?

Mauler: Ich komme schon daher, aber ich war nie süchtig. Als ich 1986 zwölf Jahre alt war, erlebte ich den Höhepunkt einer neuen Ästhetik, die auch später nicht mehr wieder erreicht wurde, da die Welt der Computerspiele in Richtung Realismus abgedriftet ist. Aber in den Achtzigern hatten die Computerspiele durch ihre eigene Ästhetik auch einen autonomen, eigenen Platz gehabt.

Dax: Du redest von Spielen wie „Pong“ oder „Space Invaders“?

Mauler: Im Grunde rede ich von allen 8-Bit-Spielen, die man auf dem C-64 spielen konnte. Das waren wichtige Spiele, und ich habe parallel dazu angefangen, abstrakte Computergrafik und meine ersten 3D-Renderings zu generieren. Ich war also weniger ein Spieler, der eskapistisch in andere Welten eintauchte, sondern ich war an der neuen Ästhetik interessiert und an den neuen dreidimensionalen Räumen, die diese Spiele uns mit einem Mal eröffneten. Und da wären wir wieder bei Matthew Barney, der seine Räume ja auch als Spielplätze des Absurden zu begreifen scheint.