Situation 24: Nicholas Mockridge und Leif Randt

by MaxDax

  

Leif Randts Roman „Planet Magnon“ gehört vom Start weg zu den großen deutschen Science-Fiction-Romanen, das liegt vor allem an der sagenhaft originalen Sprache Randts, die Erinnerungen an die Sprache von Arkadi und Boris Strugatzki und Stanislaw Lem weckt.

„Planet Magnon“ ist eine intensive, zugleich distanzierte Meditation über Immanuel Kant und die in der Debatte ums Anthropozän formulierte Utopie, wonach sich die Menschheit zusammenraufen muss, um gemeinsam, staaten- und ideologieübergreifend den Planeten zu retten. In „Planet Magnon“, dessen Geschichte in einer fernen Galaxie spielt, wacht eine künstliche Intelligenz, Actual Sanity, über die Geschicke der Menschen – eine weise Computerintelligenz im Dienste der Menschheit.

Doch diese an Robert A. Heinleins Zukunftsgesellschaft in „Starship Troopers“ erinnernde Idylle zeigt Risse. Terroristische Anschläge einer Gruppe mit dem Namen „Kollektiv der gebrochenen Herzen“ bringen das Equilibrium aus der Balance.

Seit Rainer Werner Fassbinders „Welt am Draht“ hat es keinen nennenswerten deutschen Science-Fiction-Film mehr gegeben. Der in Berlin lebende italo-kanadische Regisseur Nicholas Mockridge hat die Filmrechte an Randts Roman erworben und steht nun vor der Aufgabe, eine geniale Schriftsprache in eine ebenso geniale Bildsprache zu transformieren. Nicholas Mockridge ist Teil des Künstlerkollektivs Like A Wild Beasts’s Fur (LAWBF), das Musik, Film, Kunst und Dramaturgie in immer neuen Projekten und Performances zu vereinen versucht.

Ein Gespräch mit Max Dax über die Aktualität der Zukunft und über die Möglichkeiten einer Übersetzung. rsvp: mail@santa-lucia.gallery